Pi-Hole – Wenn der „FHEM-Raspberry“ nebenbei noch Werbung blocken kann

Direkter Hardware Ad-Blocker im Selbstbau – Wenn der Raspberry zum schwarzen Loch für Werbung wird.

Viele von Euch werden wahrscheinlich einen Raspberry Pi als Serverhardware für FHEM einsetzen. Da der Raspberry, auf dem FHEM seine Dienste vollbringt, eh 24/7 laufen muss, kann man diesen auch gleich noch für eine andere, sinnvolle Aufgabe zu Hause zu nutzen – nämlich der direkten blockierung von Werbung! – Für alle Geräte die im Heimnetzwerk sind!

Wie das ganze funktioniert?

Ganz einfach:

  • Auf dem Raspberry PI läuft Pi-Hole
  • Pi-Hole nimmt alle DNS Anfragen aus dem Netzwerk entgegen
  • Anfragen an „Nicht-Werbenetzwerke“ werden weitergegeben z.B. an OpenDNS
  • Anfragen an Werbenetzwerke (oder Blacklisted Adressen) werden einfach ignoriert

Eure Geräte zeigen euch KEINE Werbung mehr an. Selbst wenn kein Adblocker oder ähnliches installiert ist oder installiert werden kann! Darüber hinaus gibt es weitere Sperrlisten die man hinzufügen kann, um z.B. bekannte Adressen mit Schadsoftware direkt zu blockieren.

Um Pi-Hole auf Eurem Raspberry zu installieren, müsst ihr nur folgenden Befehl per SSH in der Shell ausführen:

Der Rest der Installation läuft relativ automatisch. Danach folgen ein paar Abfragen die ihr alle ohne Änderung bestätigen könnt.

Um Pi-Hole zu testen ruft nun die Adresse Eures Pis mit einem Webbrowser auf, und zwar so:

Wenn ihr die Admin Seite seht, seid ihr bereit für Schritt 2!

Damit die Geräte in Eurem Netzwerk nun auch Pi-Hole für die DNS Anfragen nutzen, müsst ihr nicht den DNS Server auf jedem eurer Geräte mühevoll in den Netzwerkeinstellungen ändern, sondern ihr ändert das ganze Zentral in eurem Router.

Bei Fritz! Boxen müssen wir an einer Stelle Einstellungen vornehmen. Der DNS Server unseres Providers wird gegen die IP-Adresse des Raspberrys ausgetauscht.

Und das geht hier:

Alle Geräte stellen ihre DNS-Anfrage in der Regel direkt an den Router, der die Anfragen dann weiter gibt.

Der Fritz! Box haben wir nun beigebracht, dass sie die Anfragen an den Raspberry weitergeben soll und schon laufen alle DNS Anfragen aus eurem Heimnetzwerk über den Raspberry, der nun entscheiden kann ob die Anfrage verworfen wird (Werbung) oder weiterverarbeitet wird (alles andere).

Ein wichtiger Tipp noch zum Schluss!

Wer das Fritzbox Modul von FHEM verwendet wird feststellen, dass dieses nun keine Verbindung mehr zur Fritzbox bekommt, da die DNS Anfrage für „fritz.box“ an die öffentlichen DNS Server weitergeleitet wird.

Um das Problem zu lösen, ändert ihr einfach direkt auf eurem Raspberry die Hosts-Datei. Das geht mit dem Kommando

In der Datei fügt ihr nun ganz am Ende folgende Zeile hinzu:

Die Adresse 192.168.0.1 tauscht ihr gegen die IP-Adresse eurer Fritzbox. (Standardmäßig haben die Fritzboxen 192.168.178.1)

 

Viel Spaß beim nachbauen! Fragen und Anregungen wie immer gerne in die Kommentare.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (2 votes cast)
Pi-Hole - Wenn der "FHEM-Raspberry" nebenbei noch Werbung blocken kann, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

2 Kommentare

  1. Hy,
    welcher Raspberry ist denn dafür sinnvoll ? Alle Anfragen laufen ja nun über den RaSpi, dieser sollte dann am besten per Kabel und nicht per Wlan verbunden sein, oder ?

    Danke für deine Mühe….

    Lieben Gruß
    Sven

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 0 (from 0 votes)
    1. Wenn der Raspi NUR diese Aufgabe übernimmt, reicht der Raspi B+ aus. Wenn FHEM auch noch mit drauf läuft, dann sollte es mindestens der 2er sein. Auf jedenfall per LAN Kabel.

      VN:F [1.9.22_1171]
      Rating: 0 (from 0 votes)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.