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Seit 2 Tagen nun ist das wohl bekannteste illegale Filmangebot Offline. Hochgenommen durch das BKA in Zusammenarbeit mit der GVU und diversen Filmstudios.
Das Angebot von Kino.to umfasste mehrere hundertausende von Serien und mehrere zehntausend Filme. Die täglich mehr als 400.000 Besucher von Kino.to zeigen, dass das Angebot ein Erfolgsmodell war.
Wieso die Filmindustrie diesen Trend der nutzer nicht erkannt hat, wird in einem schönen Artikel auf Focus Online gut erklärt. Was in dem Focus Artikel keine Erwähnung findet, sind die Alternativen die die Nutzer wohl zu Kino.to getrieben haben.
Wieso getrieben? Na weil der legale Weg schweine teuer ist! Auch die Betreiber von Kino.to hatten laufende Kosten, die sie durch Werbung refinanziert haben (sicherlich mit fettem Gewinn). Die Filmindustrie hätte es genauso machen können!
Stattdessen setzen die Studios auf teure Downloadvarianten in schlechter Qualität, vollkommen überzogene Leihgebühren und Einschränkungen was ich mit dem von mir erworbenen Film machen kann. (Lässt sich nur auf dem PC abspielen, keine Ausgabe auf den Fernseher, usw.)
Hierzu ein kleiner Vergleich:
Der Film “Dickste Freunde” kostet aktuell als DVD bei Amazon 12,99€. Möchte ich mir die DVD leihen, fahre ich in die Videothek um die Ecke und kann ihn dort für 1,49€ für 24 Stunden ausleihen.

Kauf bei Amazon
Möchte ich den Film digital kaufen – also legal herunterladen – zahle ich bei iTunes 13,99€, bei Microsoft Zune (Xbox360) 13,40€ und im Sony Playstation Store (PS3) sogar 14,99€!

Kauf bei iTunes

Kauf über PS3

Kauf über Xbox
Für den Preis bekomme ich keine Hülle die ich in meinen Schrank stellen kann, kein Booklet, kein Making-Of, keine raußgeschnittenen Scenen und keine Trailer oder Bonusfeatures. Das Filmstudio freut sich allerdings. Spart es sich doch durch den digitalen Vertrieb imense Kosten für die Produktion der DVD und den Transport zum Händler. Der Gewinn steigt also imens!
Noch schlimmer sieht es aus wenn ich so einen Film digital leihen will. Bei iTunes zahlt man 3,99€, bei Zune fette 4,20€ und bei Sony 3,99€. Gut, ich hab die Fahrkosten nicht, werden einige jetzt sagen, aber wenn ich als Filmstudio Geld bei der Produktion, dem Vertrieb etc. einsparen kann, warum gebe ich diesen Preisvorteil nicht an meine Kunden weiter?
Warum ist man als Filmstudio nicht in der Lage ein ähnliches Angebot wie Kino.to aufzubauen? (Werbefinanziert oder als Flatrate)
Somit bleibt zu hoffen das die Filmindustrie aus den gemachten Fehlern lernt, und den gleichen Wandel vollzieht den die Musikindustrie derzeit durchlebt. Musik bekomm ich inzwischen als Flatrate oder als 0,79€ Download. Sobald das bei Filmen möglich ist, werden die Leute auch bereit sein Geld dafür auszugeben.
Nicht umsonst haben wir einen Nachfrager gesteuerten Markt, wo der Kunde am längeren Hebel sitzt, und wenn die Nachfrage nicht stimmt, muss halt der Preis gesenkt, oder das gesamte Geschäfts-/Vertriebsmodell überdacht werden.
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